Ich glaube, dass ein Großteil der leider immer stärker verbreiteten depressiven Zustände dem extremen Mangel an Verwirklichung geschuldet ist. Und das wiederum hängt nicht immer von äußeren Faktoren ab.
Vielmehr liegt dem oft eine tiefe Angst vor dem Leben zugrunde, also die Angst, sich einzubringen, sich zu geben. Wie oft spüren wir, dass wir ein Talent besitzen, das sich gern unbedingt zum Ausdruck bringen möchte, aber gleichzeitig diese entgegengesetzte, gleichsam starke Kraft, die dieses Talent unterdrücken will, herrscht?

In unserer Gesellschaft gibt es längst keine Formen mehr für die Verarbeitung von Leid. Damals war dies die Aufgabe von bestimmten symbolisch komplexen Riten. Integraler Bestandteil und somit das, was den therapeutischen Effekt sicherstellen sollte, war die Teilnahme in der Gruppe.