Zu einem gewissen Zeitpunkt verliert man die Route, und man weiß auch nicht genau warum. Und in stürmischen Wassern zu fahren, ist nicht einfach aber es bestärkt das Vertrauen und macht den Anspruch niedriger, dass alles von dir abhängt.
Vielleicht man muss anderen Winden folgen um nicht dahin zu kommen, wo du dir vorgenommen hast, anzukommen, sondern da wo es nötig ist, dass du ankommen musst. Und die Geduld, nicht alles sofort zu verstehen, ist eine Tugendübung.
Vielleicht ist alles, was zu tun nötig ist, einfach NICHTS ZU TUN. Diese existenzielle Ungewissheit nicht zu erdrücken, sondern einen Platz im Inneren vorzubereiten um sie aufzunehmen. Das ist eine Zeit, die uns auf die Ungewissheit nicht vorbereitet, sie lehrt uns nicht wie sie zu leben ist. Es gibt keinen Platz für das Zögern.

Es ist immer schön und überraschend die richtigen Bedeutungen der Worte wieder zu entdecken oder über sie noch mal nachzudenken. Tatsächlich haben wir oft in Bezug auf viele Worte ein Vorurteil oder verspüren sogar Ablehnung, da die Ereignisse der Geschichte ihnen weitere Bedeutungsschichten verliehen haben. Zum Beispiel das Wort „Bekehrung“ kann eine solche Wirkung hervorrufen. Zumindest ist es so bei mir für lange Zeit passiert. Doch enthält dieses Wort das Verb „kehren“. Und „sich kehren“ hat sowohl die Bedeutung von „sich wenden“ als auch von „ sich kümmern“. „Bekehrung“ also ist nichts anderes als seinen eigenen Blick nach innen zu drehen um sich um sich selbst zu kümmern. Dieser Blick, der sich von draußen nach drinnen dreht, ist schon eine erste Bewegung, eine Umkehrung, also eine erste Änderung. Mit dieser Umkehrung des Blicks schauen wir in uns und wir sind nicht mehr auf draußen, auf die Probleme oder auf die Anderen fokussiert. In sich selbst zu schauen um die innere Wunde zu erkennen, sich aufzunehmen um sie zu heilen ist daher schon eine „Bekehrung“.